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Nach vielen Kontakten und
Mail-Wechsel hatte sich Nathalie zu einem Besuch bei uns entschlossen. Die eigentliche
Ursache aber war Thorsten, Ihr Freund. Thorsten hatte schon seit langem
eine dreimonatige Reise quer durch Kanada geplant.
Start sollte in Vancouver sein,
also im Westen Kanadas. Ende, bei uns in Nova Scotia, im Osten. Thorsten
hat dann auch die Reise zusammen mit einem Freund angetreten und war so
um den 10. August bereits in unserer Nähe. Sein Freund flog von Halifax
zurück nach Deutschland. Da er keine Arbeitsgenehmigung hatte, fragte
Nathalie deswegen bei uns an, ob wir bei der Vermittlung helfen könnten.
Aber, unmöglich. Eine Genehmigung ist praktisch nicht zu erhalten, ohne
aber stellt niemand ein. Das Risiko ist zu gross, da man keine Versicherung
bekommen kann.
So fragte Thorsten, ob er bei uns
am See zelten könnte, um die Zeit bis Nathalies Ankunft zu überbrücken.
Na ja, Platz gibt es bei uns genug, aber auch ganz ordentliche Stechmücken.
Wir mussten ganz schön lachen. Thorsten wollte mit dem Bus aus Halifax
zu uns kommen. Die näheste Bushaltestation hatte er in Stewiak ausgemacht.
Von da wollte er zu uns laufen. Ehrlich gesagt, Annette und ich kringelten
uns bereits vor lachen. Gedanklich stellten wir uns Thorsten mit seinem
Rucksack und diversem Gepäck vor. Gesehen hatten wir Ihn ja noch nie.
Er ahnte ja nicht, dass es sich bloss so um die 60 km handelte. Beim nächsten
Gespräch am Telefon schlug Annette dann die landwirtschaftliche
Ausstellung in Truro als Treffpunkt vor.
Freitag Abend, 20.00 Uhr. Gesagt
getan. Aber es war wie verhext, alle Schleicher Nova Scotia's waren vor
uns, und dann als Gipfel, ein zig Kilometer langer Güterzug. Wir waren
20 Minuten zu spät dran. Kein Thorsten in Sicht. Oh Schreck lass nach.
Aber dann, Annette mit weiblicher Intuition, sah und fand den einzigen
Deutschen unter der Menge. Na, das gab ein Hallo und ein erstes beschnuppern.
Thorsten erwies sich als
umgänglich,
und das blieb bis heute so. Nach Ankunft auf der Farm meinte er, dass er
wohl doch etwas länger zu Fuss unterwegs gewesen wäre. Die erste Nacht,
wieder in einem gescheiten Zimmer und Bett schien ihm zu bekommen.
Seit dem hat uns Thorsten auf
der Farm geholfen, vom Stall ausmisten bis zum Unimog fahren. Auf das Zelten
am See sind wir nicht mehr zurück gekommen. Am 4. September haben Annette
und Thorsten dann Nathalie am Flughafen Halifax abgeholt. Bei Ihrer Ankunft
traf mich doch fast der Schlag, schon wieder war ich der Kleinste. Ich
glaube, Sie hat sich schnell bei uns eingelebt. Thorsten und Nathalie sind
z. Zt. mit einem unserer Autos unterwegs und erkunden Nova Scotia.
Gestern, am 24. September haben
wir noch zusammen Annette's Geburtstag gefeiert. Wir waren bloss 21 Personen
und das ganze Fest fand in der ausgeräumten Garage statt, da das Haus
zu klein war. Heute morgen sind die beiden wieder los. Am Sonntag wollen
Sie zurück sein...
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